Die gute alte Post

Es war einmal

Das Tempo steigt im Postverkehr

von Jahr zu Jahr noch immer mehr,

die Fremden rennen ein und aus

im Postamt wie im Bienenhaus.

Man zählt rasant das viele Geld

und stempelt, was der Stempel hält.

Schon wieder surrt das Telefon

und Autos rasen wild davon.

Da tritt ein Herr zur Tür herein,

es kann doch nur Karl Herr Zeller sein.

Erschrocken sieht der Komponist

wie jetzt die Post ganz anders ist.

Der Künstler voller Wehmut spricht:

“Die neue Zeit gefällt mir nicht,

die Postler werden dransaliert,

das Tempo wird der Post diktiert.

Als ich den Vogelhändler schrieb,

mit seiner Christel jung und lieb,

wie schön war damals diese Zeit,

die Post war die Gemütlichkeit!

Nun hechelt sie wie ganz verhext,

da muß ich ändern Lied und Text,

weil alles fürchterlich pressiert,

drum schreibe ich ganz ungeniert

sogleich, sofort, grad´ auf der Stell´,

denn bei der Post geht alles schnell,

der Mensch hat alles, er ist weit,

nur eines fehlt im ganz – die Zeit.”

(in einer alten Ausgabe der Posthorn-Klänge gefunden)