Santiago de Compostella

Meine Reise nach Santiago de Compostella

Wieder war Sonntag, 1. Tag

Am 04. Oktober 2015 landeten wir nach einer Zwischenlandung auf dem Flughafen Barajas (Madrid) in Oviedo, dem Ausgangspunkt unserer Pilgerreise. Als wir in unserem Hotel ankamen, erlebten wir eine Überraschung. Von den 30 Koffern unserer Gruppe waren bei der durchgehenden Abfertigungsstelle auf dem Madrider Flughafen nicht alle Koffer umgeladen worden. Aber der heilige Jakob hat dafür gesorgt, dass am Spätabend doch noch die restlichen Koffer eintrafen. Im Hotel nahmen wir nach der Aufregung erst einmal ein landestypisches Abendessen ein.

Montag, 2. Tag

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir zur Felsenhöhle von Covadonga, wo sich schon zur Zeit des Westgotenreiches ein Marienheiligtum befand. 722 fand dort die Schlacht von Covadonga statt, in welcher Pelayo, der Anführer einer christlichen Streitmacht, einen Sieg über muslimische Truppen errang. Dieser Erfolg gilt als Beginn der Reconquista. Die asturische Chronik des Königs Alfonso III. enthält einen Bericht, wonach in dieser Schlacht himmlisches Eingreifen das Marienheiligtum schützte und den Sieg herbeiführte. Daher wurde Covadonga ein Marien-Wallfahrtsort. Der Jungfrau von Covadonga wurde eine Basilika errichtet.

Nach der Besichtigung und einer Eucharistiefeier ging es weiter nach Ribadesella, wo wir Gelegen-heit zu einem Bummel durch das Städtchen hatten.

Dienstag, 3.Tag

Nach dem Frühstück (es gab auch das traditionellen spanische Frühstück mit chocolate y churros), besichtigten wir die Universität und die Kathedrale von Oviedo sowie den Palast des Markgrafen von San Felix und den Palacio Camposagrado aus dem 18.Jahrhundert. Die Kathedrale, ein spätgotischer Bau mit Säulengang und großem Rosettenfenster, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Interessant war auch ein Einkaufszentrum, das einer Muschel nachempfunden war und von dem spanischen Architekten Calatrava gebaut worden war. Nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Kathedrale kehrten wir zum Abendessen in unser Hotel zurück.

Mittwoch, 4. Tag

Nach dem Frühstück und der Gepäckverladung ging die Fahrt weiter zum Naranco-Berg, wo wir die frühromanische Kapelle Santa Maria del Naranco sowie die dem heiligen Michael geweihte Kapelle San Miguel de Lillo besichtigten. Auf der Weiterfahrt nach Leon besichtigten wir die präromanische Kirche S. Cristina de Lena (auch ein Weltkulturerbe). Abends Ankunft in unserem Hotel in Leon.

Donnerstag, 5. Tag

An diesem Morgen war die Besichtigung von Leon angesagt. Wir sahen die herrlichen Fenster aus dem 13.Jahrhundert der gotischen Kathedrale , die Chor und Langhaus in wunderschönen Farben erstrahlen lassen. Wir besuchten dort auch die Kathedrale und das Pantheon der leonesischen Könige, dessen herrliche Fresken ihr den Beinamen „Sixtinische Kapelle der Romanik“ eingebracht haben. Danach konnten wir uns je nach Lust und Laune auf eigene Faust in der Stadt umsehen. Und nicht zu vergessen, bei fast jedem Schritt kam uns die Jakobsmuschel unter.

Freitag, 6. Tag

An diesem Morgen war wieder Kofferpacken angesagt und es ging Richtung Astorga, wo wir natürlich die Kathedrale besichtigten (es war schließlich eine Pilgerfahrt mit der katholischen Kirche). Hinter Astorga begann der Aufstieg zum Rabanal-Pass mit dem Cruz de Ferro (Eisenkreuz). Da sind wir aber wirklich zu Fuß raufgegangen. Danach sind wir mit dem Bus weitergefahren nach Ponferrada, wo wir für eine Nacht Quartier nahmen.

Samstag, 7. Tag

Nach der obligatorischen Gepäckverladung ging es über Villafranca del Bierzo mit der Santiago-Kapelle (Puerta del Perdon) zum Cebreiro_Pass. Auf einer Wanderung auf dem Camino besuchten wir keltische Pallozas und die Grals-Kapelle. Danach ging die Fahrt mit dem Bus weiter nach Sarria, wo wir für 2 Nächte unsere Zimmer bezogen haben.

Sonntag, 8. Tag

Nach dem Frühstück führte uns eine Wanderung von Sarria aus durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Tälern und Wiesen bis Barbadelos, wo eine Eucharistiefeier stattfand. Danach setzten wir unsere Wanderung über Mouzos nach Ferreiros und weiter nach Portomarin fort, wo wir eine alte Templerkirche und die Kapelle San Pedro besichtigten.

Montag, 9. Tag

Nach dem Frühstück wieder die notwendige Gepäckverladung. Von Portomarin ging es weiter nach Melide, wo wir die alte Kirche Santa Maria besichtigten, und von dort aus wanderten wir durch einen Eukalyptuswald auf dem Jakobsweg. Mit dem Bus ging es dann weiter zum Monte del Gozo (Berg der Freude), von dem sich ein erster Blick auf die Türme der Kathedrale von Santiago bietet. Dort trafen sich alle Pilgergruppen zu einer gemeinsamen Wanderung von 5 Kilometern nach Santiago de Com-postela, wo wir nach einem weiteren kurzen Fußweg unsere Unterkunft für die letzten beiden Nächte erreichten. Nach dem Abendeseen gingen wir zu Fuß zur Kirche San Francisco, wo eine Lichterfeier mit allen Gruppen stattfand. Danach ging es wieder zu Fuß zurück zu unserem Hotel Hesperia Peregrino.

Dienstag, 10. Tag

Nach dem Frühstück besichtigten wir die Kathedrale mit der Jakobusstatue über dem Hauptaltar und der Krypta mit dem Sarkophag des hl. Jakobus und die umliegenden Plätze. Nach einer ausgedehnten Siesta (haben wir uns verdient) fand am Nachmittag eine Eucharistiefeier mit der Firmung von 81 Firmlingen aus dem Borkener Kreis statt. Danach wurde das legendäre Weihrauchfass mit einem Gewicht von 40 Kg von 6 ausgewachsenen Männern mit Seilen zum Schwingen gebracht, und zwar derart kräftig, dass man unwillkürlich in Deckung ging, weil man befürchtete, erschlagen zu werden. So wie man erzählte, hat sich die katholische Kirche sich das einiges kosten lassen (ca. 800 Euros, wenn es denn stimmt).

Mittwoch, 11. Tag

Nach dem Frühstück wieder Gepäckverladung und Fahrt zur Kirche Santa Maria del Sar zur Eucharistiefeier, um die Pilgerreise abzuschließen. Danach Bustransfer zum Flughafen in Santiago mit Umsteigen in Madrid, in der Hoffnung, dass es diesmal mit den Koffern gutgeht. Es ging gut, fast, diesmal fehlte in Düsseldorf nur 1 Koffer, und zwar der unseres Reisebegleiters.

Como dice el peregrino, con pan y vino se hace el camino (Wahlspruch des Pilgers: Mit Brot und Wein macht man den Weg). Hat geklappt.

Übrigens nach Auffassung der Kirche wird derjenige ins Himmelreich eingehen, der sowohl nach Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela gepilgert ist.

Ich war auf dieser Achse. Also?

Helma Mannefeld