Nederlands Openluchtmuseum

Eine Fahrt über die Grenze

Nach einer Fahrzeit von ca. 2 Stunden erreichten wir mit dem Bus den Eingang des Openluchtmuseums; frei übersetzt könnte man von einem Freilichtmuseum sprechen. Wir wurden von Kindern „empfangen“, die gerade Sprechchöre zum Einzug der niederländischen Fußballelf ins Halbfinale der Europafußballmeisterschaft einübten. Daraus wurde ja „leider“ nichts.

Unsere „Hollandtour“ begann auf dem Gelände mit einer Reise in die Vergangenheit im HollandRama! Eine bewegliche Zeitmaschine nahm uns mit auf eine wundervolle Reise quer durch Holland und durch die Zeit. HollandRama gewährte Einblicke in das Innere von Häusern und zeigte uns ganze Stadtansichten. Es führte uns an alten und modernen Objekten vorbei. Wir blickten in die Tiefe der Deltawerke, und dann wieder nach oben zum Dachfirst der drehenden Kornmühle. Wir sahen und rochen eine Bauernküche, aber auch eine Grachtenszene aus dem 18. Jahrhundert. Wir erlebten Gerüche, Temperaturunterschiede, Geräuscheffekte und eine zauberhafte Beleuchtung! Zusammen mit den Panoramas, Filmen und Originalgegenständen sahen wir das Leben von gestern aus einer überraschenden Perspektive.

Nach dem offiziellen Empfang mit einer Tasse Kaffee und Friesischem Zuckerbrot wurden wir in zwei Gruppen durch das Gelände geführt. Die vielen sachkundigen Erläuterungen zu den Bauernhäusern, Gebäuden (insgesamt über 80) und Windmühlen wurden durch Geschichten und Anekdoten aus dem niederländischen Leben humorvoll ergänzt. Den Abschluss der Führungen bildete für jeden ein Glas mit „Boerenmeisjes“ (Bauernmädchen), das war nicht zu starker Branntwein mit Aprikosen oder ein Glas mit „Boerenjongens“ (Bauernjungen), das war Branntwein mit Rosinen. Dazu gab es noch für jeden ein paar kleine delftblaue porzelane „Klompjes“ (Holzschuhe) als Erinnerung. Nach dieser Stärkung hatten wir genügend Zeit, um je nach Interesse einige Sehenswürdigkeiten genauer zu erkunden. Dabei nutzten wir die historische Straßenbahn, die alle 10 Minuten eine Rundfahrt auf dem Gelände mit vielen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten machte.

Unsere von Herrn Bökenkamp hervorragend organisierte Fahrt endete kurz nach 19:00 Uhr in Münster. Wir können alle Leser unserer Posthornklänge nur ermuntern, an derartigen Fahrten teilzunehmen.
Ihr Wulf-Dieter Schulz