Tour de Ruhr

Kulturlandschaft Ruhr

Zum Ausklang der diesjährigen Radfahrsaison berichten wir über eine besondere Tour , die Radsportbegeistete vielleicht anregen kann im nächsten Jahr mitzuradeln.

gelsenkirchen
Unsere Radlergruppe in Gelsenkirchen

Können wir nicht auch einmal eine Tagestour machen? Doch, es ging und am 18.07.2008 war es so weit. Unser Kollege Heinz Schwabe aus Gladbeck hatte für uns eingeschworenen Senioren-Radler aus Münster eine kleine „Tour de Ruhr“ organisiert. Start und Ziel war das altehrwürdige Hauptpostamt in Gelsenkirchen, in dem heute das Verwaltungsgericht residiert. Der erste Teil der Wegstrecke führte durch Gelsenkirchens Innenstadt und den blumenge-schmückten Stadtgarten, vorbei an der liebevoll gepflegten ehemaligen Bergarbeiterkolonie „Klapheckenhof“ zum Nordsternpark – 1997 Areal der Bundesgartenschau -, heute ein viel besuchter Park mit großzügiger Spiellandschaft und einigen Einkehrmöglichkeiten. Hier gönnten wir uns eine kurze Kaffeepause. Es hatte zu regnen angefangen, als wir wieder aufbrechen wollten; und der Regen begleitete uns bis zu unserem nächsten Ziel, dem Weltkulturerbe Zollverein in Essen, das als ein herausragendes Symbol für den „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ getreu dem Motto der Kulturhauptstadt „Ruhr 2010“ gelten kann. Eine 150 Meter lange Rolltreppe brachte uns hinauf in das Besucherzentrum, wo wir eine Mittagspause einlegten und uns über die Geschichte und den Wandel der Zeche und Kokerei Zollverein in ein Kulturzentrum eingehend informieren konnten. Wir waren froh, daß es nicht mehr regnete, als wir uns anschickten wieder on tour zu gehen. Beim Durchqueren des riesigen Areals der „ehemals schönsten Zeche der Welt“ mit den alten Gebäuden und Anlagen wurde uns erst die Größe und Weite des früheren Industriebetriebs bewußt. Dem Betriebsschwimmbad und der hier in Form eines Kubus errichteten Hochschule „Zollverein School of Management and Design“ statteten wir einen kurzen Besuch ab. Weiter ging die Fahrt durchs Grüne über gut angelegte Radwege und vorbei an weiteren kulturellen Einrichtungen. Ein idyllisch gelegener Biergarten lud uns noch zu einer stärkenden Rast ein. Die Sonne strahlte dazu von einem azurblauen Himmel. Bei unserer Weiterfahrt war die Rheinelbe-Halde mit der von dem Landschaftskünstler Hermann Priggen aus Betonklötzen früherer Zechen geschaffene „Himmelsleiter“ schon von weitem zu sehen. Den Aufstieg auf den Spiralberg haben wir uns jedoch erspart. Das letzte Stück des Weges führte uns dann wieder durch eine schöne Parklandschaft mit dem architektonisch beeindruckenden Wissenschaftspark Gelsenkirchen, der 1995 mit dem Architekturpreis augezeichnet wurde, zurück zu unserem Ausgangspunkt. Wir waren auf einer 40 km langen Strecke fast autofrei und nur im Grünen durch das am dichtesten bewohnte Ballungsgebiet Europas mit vielen kulturellen Einrichtungen geradelt. Ein schönes Erlebnis.

Karl Grewe