Die Geschichte Teil I

Erster Teil:

Die Zeit von der Gründung des Deutschen Reiches bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945

Dienstgebäude der Oberpostdirektion, des Postamts und des Telgraphenamts Münster am Domplatz. In Betrieb genommen am 01. Oktober 1880, im 2. Weltkrieg durch Luftangriffe zerstört.

1871

Gründung des 2. Deutschen Reiches. Die Oberpostdirektionen heißen jetzt “Kaiserliche Oberpostdirektionen”. Das Zeitungs-Comtoir wird in  “Kaiserliches Postzeitungsamt” und das Post-Montirungsdepot in Berlin in “Kaiserliches Post-Zeugamt” umbenannt.

01.September 1871

Eröffnung der Eisenbahn zwischen Münster und Osnabrück. Für die Posttransporte ist das Eisenbahn-Postamt Nr. 8 in Deutz zuständig. Die Postexpedition in Lengerich wird Eisenbahnpostanstalt. Im Verzeichnis der Eisenbahn-Routen wird die Route “Münster – Wanne” abgeändert in Osnabrück – Wanne”.

01.04.1873

Die Postverwaltungsgeschäfte für das Fürstentum Schaumburg-Lippe werden vom Oberpostdirektionsbezirk Münster der Oberpostdirektion Hannover zugeteilt (Postamt Bückeburg, Postverwaltung Stadthagen, Postexpeditionen Eilsen, Hagenburg, Lindhorst und Postagenturen Sachsenhagen und Steinhude).

01. Januar 1874

Die Meile als Entfernungsmaß (= 7500 m) wird abgeschafft. Im postdienstlichen Verkehr wird der Kilometer als Entfernungsmaß allgemein eingeführt.

01.Januar 1875

Einführung der Reichsmarkrechnung für den gesamten Reichshaushalt.

24. März 1875

Die im Amtsblatt der Reichspostverwaltung veröffentlichten Verfügungen des Generalpostamts führen künftig nicht mehr die Bezeichnung “General-Verfügung”, sondern “Postamtsblatt-Verfügung”. Die bisher als “Cirkular-Verfügung” bezeichneten allgemeinen Verfügungen das Generalpostamts an die Oberpostdirektionen erhalten die Benennung “General-Verfügung”. Für die von den Oberpostdirektionen ergehenden allgemeinen Verfügungen an ihre nachgeordneten Postanstalten, die bisherigen Circulare oder Genral-Circulare, ist fortan die Beezeichnung “Bezirks-Verfügung” zu gebrauchen.

15. Dezember 1875

Der münsterische Oberpostdirektor Heinrich Ferdinand Breithaupt ist am 19. Mai 1875 zum Generalpostamt in Berlin abgeordnet und am 14. Dezember 1875 mit der Leitung der Oberpostdirektion Kiel beauftragt worden. Postrat Daniel Gotthilf Fischer von der Oberpostdirektion Berlin wird kommissarischer Leiter der Oberpostdirektion Münster und am 01. Juli 1876 zum Oberpostdirektor in Münster ernannt, wo er bis zum 24. März 1880 verbleibt.

01. Januar 1876

Nach der Vereinigung der Reichstelegrafenverwaltung mit der Reichspostverwaltung wird die Oberpostdirektion Minden wieder eingerichtet. Ihr Bezirk umfaßt den Regierungsbezirk Minden, die zum Regierungsbezirk Kassel gehörende Grafschaft Schaumburg, die Fürstentümer Lippe-Detmold und Schaumburg-Lippe sowie das waldecksche Fürstentum Pyrmont. Die Oberpostdirektion Münster  übernimmt das Telegrafenwesen im Münsterland und im Vest Recklinghausen von der aufgelösten Telegrafendirektion Köln. Neben der Telegrafenstation in Münster untersteht der Oberpostdirektion die am Sitz einer jeden Oberpostdirektion einzurichtende “Materialienverwaltung”, die von 1880 bis 1906 im Keller des Postgebäudes am Domplatz untergebracht war. Hieraus entwickelte sich später das das Telegrafenzeugamt.

01. März 1878

Inbetriebnahme der ersten Telefonapparate im Bereich der Oberpostdirektion Münster, die zunächst nur zur Übermittlung von Telegrammen dienen.

28. Oktober 1878

Grundsteinlegung für das neue Dienstgebäude für die Oberpostdirektion und das Postamt Münster 1 einschließlich Telegrafendienststelle. Das Richtfest wird am 20. November 1879 gefeiert und der Neubau am 01. Oktober 1880 in Dienst gestellt.

23. Februar 1880

Heinrich Stephan wird mit Wirkung vom 01. April 1880 Staatssekretär des Reichspostamtes. Im Reichspostamt wird eine Abteilung III gebildet (Abteilung I: Post, Abteilung II: Telegrafie, Abteilung III: Gemeine Aufgaben).

25. März 1880

Postrat Rudolf Theodor Emanuel Lambrecht von der Oberpostdirektion Leipzig wird kommissarischer Oberpostdirektor in Münster und am 01. Oktober 1880 zum Oberpostdirektor ernannt. Am 26. April 1883 wird er mit der Leitung der Oberpostdirektion Hannover beauftragt.

01. Oktober 1880

Das neue Postdienstgebäude am Domplatz wird seiner Bestimmung übergeben. Es beherbergt die Oberpostdirektion, das Postamt und das Telegrafenamt.

26. April 1883

Postrat Johann Karl Ludwig Soldmann von der Oberpostdirektion Oldenburg wird mit der kommissarischen Leitung der Oberpostdirektion beauftragt, am 01. August 1883 kommissarischer Oberpostdirektor und am o1. Oktober 1884 zum Oberpostdirektor in Münster ernannt. Er tritt am 01. Juli 1897 in den Ruhestand.

01. Oktober 1886

Bielefeld erhält eine “Stadt-Fernsprech-Einrichtung”.

20. Dezember 1887

Nachdem am 01. Juli 1887 die Stadt-Fernsprech-Einrichtung in Minden eröffnet worden ist, nimmt am 20. Dezember 1887 die Stadt-Fernsprech-Einrichtung in Münster als erste Stadt im damaligen Oberpostdirektions-Bezirk Münster ihren Betrieb auf. Bis zur Jahrhundertwende bestehen 20 Ortsfernsprechnetze im Bereich der Oberpostdirektion Münster.

03. Juli 1888

Heinrich Stephan gibt mit dem sogenannten “Hirtenbrief” Richtlinien über Aufgaben und Pflichten der Postbeamten heraus. Da dieser Erlaß an die Person der Oberpostdirektoren (Bezirkschefs) gerichtet war und vertraulich behandelt werden sollte, ist er weder in die Generalverfügungen eingereiht worden, noch befindet er sich in den Oberpostdirektions-Akten. Er enthält in umfassender Darstellung die Grundsätze, nach denen  Stephan die Geschäfte bei den Oberpostdirektionen geführt wissen wünschte.

22. Juni 1889

Die Auszahlung der Invaliditäts- und Altersrenten wird der Post übertragen.

1891

Die “Mitteleuropäische Zeit” wird eingeführt. Die 24-Stunden-Zählung folgt erst 1927.

1894

Das Fahrrad wird versuchsweise im Postdienst eingesetzt. (1898: Verfügung betr. Fahrradbenutzung: Überall da, wo es dem Postdienst Vorteile bringt.)

01. April 1895

Unter gleichzeitiger Aufhebung der beiden Eisenbahn-Betriebsämter Münster-Emden und Wanne-Bremen wird die Königliche Eisenbahndirektion Münster eingerichtet.

06. April 1897

Postrat Friedrich Karl Otto Pankow von der Oberpostdirektion Hamburg übernimmt die Vertretung des beurlaubten Oberpostdirektors Soldmann, wird am 01. Juli 1897 kommissarischer Oberpostdirektor in Münster und erkrankt am 01. August 1897 unheilbar (+ 22. September 1898). Die Oberpostdirektion wird vom 02. August 1897 bis 02. Oktober 1898 von Postrat Gottfried Ignatz Melcher geleitet.

1898

Die Oberpostdirektion Münster zählt 382, die Oberpostdirektion Minden 679 Postanstalten. Beide Bezirke haben einen Gesamtpersonalbestand von 4650 Kräften.

03. Oktober 1898

Der Oberpostdirektor der Oberpostdirektion Bromberg, Karl Friedrich Stähle, wird mit der Leitung der Oberpostdirektion Münster beauftragt und am 01. Januar 1899 zum Oberpostdirektor ernannt. Ab 01. August 1904 vertritt er den Oberpostdirektor in Metz und übernimmt am 01.Oktober 1904 die Oberpostdirektion Metz.

01. Januar 1900

Das “Goldene Amtsblatt” verkündet die Neuregelung der Personalverhältnisse der Reichspost- und Telegrafenbeamten. Ende des Stephanschen Universalbeamten! Die Anwärter der höheren Laufbahn müssen das Zeugnis der Reife von einem Gymnasium, einem Realgymnasium oder einer Oberealschule besitzen. Sie haben sich einem mehrjährigen akademischen Studium zu unterziehen und werden nach dem Bestehen zweier Prüfungen in einer höheren Dienststelle angestellt.

01. April 1900

Anstalten zur gewerbsmäßigen Einsammlung und Beförderung von Briefen, Karten, Drucksachen und Warenproben (Privatbefördrungsanstalten) dürfen nicht mehr betrieben werden. Die Reichspost muß ca. 7,5 Mio Goldmark Abfindungen zahlen.

1903

Kraftwagen werden versuchsweise in Berlin für den Paketzustell- und Güterpostdienst eingestellt.

01.Oktober 1904

Postrat August Moritz Heydenreich von der Oberpostdirektion Danzig wird kommissarischer Leiter der Oberpostdirektion Münster und am 24. Oktober 1904 zum Oberpostdirektor ernannt. Am 01. April 1908 übernimmt er die Vertretung des Oberpostdirektors in Hannover und wird dort am 01. Oktober 1908 Bezirkschef.

01. Juni 1905

Die erste deutsche Postkraftwagen-Überlandlinie wird zwischen Bad Tölz und Lenggries in Betrieb genommen (10 km).

01. Oktober 1908

Der Oberpostdirektor der Oberpostdirektion Gumbinnen Wilhelm Ewald Reinhold Schilde übernimmt die Leitung der Oberpostdirektion Münster. Er wird am 01. Januar 1912 Oberpostdirektor der Oberpostdirektion Magdeburg.

01. Januar 1909

Der Postscheckdienst wird in Deutschland aufgenommen. 13 Postscheckämter: Berlin, Breslau, Danzig, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Ludwigshafen, München, Nürnberg, Stuttgart.

1910

In den Bezirken der Oberpostdirektionen Münster und Minden sind in 798 Orten Fernsprechanstalten mit 13252 Fernsprechanschlüssen vorhanden.

01. Januar 1912

Postrat Hermann Fritz Wilhelm Mohr von der Oberpostdirektion Frankfurt am Main  wird Oberpostdirektor der Oberpostdirektion Münster (+ 20. Dezember 1916). Vom 01. Februar 1916 bis 31. März 1917 leitet Postrat Rudolf  Hildebrandt die Oberpostdirektion.

01. April 1917

Oberpostrat und Abteilungsdirigent Heinrich Christoph August Wiegelmesser von der Oberpostdddirektion Breslau wird Oberpostdirektor in Münster (+ 06. Juli 1918). Vom 18. Juli bis 31. August 1918 leitet der Geheime Postrat  Rudolf Hildebrandt die Oberpostdirektion.

01. September 1918

Oberpostrat und Abteilungsdirigent Franz Karl Gehlhar von der Oberpostdirektion Erfurt wird mit der Leitung der Oberpostdirektion Münster beauftragt, am 01. November 1918 zum Oberpostdirektor ernannt und am 01. April 1920 zum ersten Präsidenten der Oberpostdirektion Münster umbenannt (+ 25. Februar 1924).

19. Februar 1919

Das Reichspostamt  wird zum “Reichspostministerium” umbenannt.

01. April 1920

Die Postverwaltungen von Bayern und Württemberg gehen auf das Reich über. Die Leiter der Oberpostdirektionen erhalten den Titel “Präsident”.

(Auf Grund der Richtlinien für die Neugestaltung des Telegrafenbaudienstes von März 1920 werden im Oberpostdirektionsbezirk Minden am 01. April 1920 die Telegrafenbauämter Bielefeld, Minden und Paderborn und im Bezirk Münster am 01. Juni 1920 die Telegrafenbauämter Münster, Recklinghausen und Burgsteinfurt eingerichtet. Burgsteinfurt wird bereits am 01. Januar 1924 aufgelöst. Das Telegrafenbauamt Bielefeld übernimmt 1923 die Geschäfte des Telegrafenbauamtes Minden und 1932 die des Telegrafenbauamtes Paderborn).

01. Oktober 1921

Für die Oberpostdirektionsbezirke Dortmund und Münster, die vom Bezirk des Postscheckamtes Köln abgezweigt werden, wird in Dortmund ein Postscheckamt eingerichtet.

1921 /1925

Die ersten Kraftpostlinien in den Oberpostdirektionsbezirken Münster und Minden werden eingerichtet.

29. März 1923

Das Reichspostministerium beauftragt die Oberpostdirektion Münster für das gesamte “Einbruchsgebiet” mit der Ermittlung des Schadens, der dem Reich aus der Ersatzleistung für die durch Gewaltmaßnahmen der Franzosen und Belgier verloren gegangenen, beschädigten oder verzögerten Postsendungen entsteht. Im April 1923 wird dieser Auftrag auf die im “altbesetzten” Gebiet des Reiches eingetretenen Schäden erweitert. Aufhebung der Melde- und Sammelpflicht betr. Ruhrschäden bei der Oberpostdirektion Münster durch Verfügung Nr. 68 im Nachtrichtenblatt des Reichspostministeriums vom 29. Januar 1924.

29. Oktober 1923

Der “Unterhaltungs-Rundfunk” in Deutschland wird “zunächst versuchsweise und im beschränkten Umfang” eröffnet. Das Aufstellen der Sender übernimmt die Reichstelegrafenverwaltung, beimTelegrafenbauamt Münster  die Dienstelle “S”. Die Nachrichten usw. werden von bestimmten Gesellschaften beschafft, zusammengestellt und auf die Sender übertragen. Der erste Sender wird in Berlin aufgestellt und versorgt einen Umkreis bis zu etwa 1000km. Weitere Sendeanlagen folgen.

15. November 1923

Die Deutsche Reichspost wird anläßlich der bevorstehenden Einführung der Rentenmark aus dem allgemeinen Reichshaushalt losgelöst. (Gesetzlich festgelegt durch das Reichspostfinanzgesetz, das am 01. April 1924 in Kraft tritt.)

01. März 1924

Oberpostrat Wilhelm Adolf Heinrich Heitmann von der Oberpostdirektion Bremen  wird mit der Leitung der Oberpostdirektion Münster beauftragt und am 01. Juni 1924 Präsident  der Oberpostdirektion. Er tritt am 01. Mai 1925 in den Ruhestand (+ 05.April 1952).

1924

Die Rundfunkgebühr wird von jährlich 60 RM auf 24 RM herabgesetzt, sie darf künftig in Monatsbeträgen entrichtet werden. Die Zahl der Teilnehmer beträgt am 01. Januar 1924: 1500 und am 01. Oktber 1927: 1 758 000 Teilnehmer.

14. Mai 1924

Auf Grund der Verordnung zum Schutze des Funkverkehrs vom 08. März 1924 erläßt das Reichspostministerium eine zusammenfassende Neuregelung des Unterhaltungs-Rundfunks. Hiernach sind Rundfunksender zunächst in Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Leipzig, Hamburg, Münster (Westf.), Königsberg (Pr.) und Breslau vorgesehen. Der Sendebereich betrrägt ca. 100 bis 150 km.

23. Juli 1924

Beginn systematischer Rundfunk-Testsendungen auf Welle 407 mit 0,7 kW in Münster.

10. Oktober 1924

Festprogramm zur Eröffnung des Senders Münster, am Albersloher Weg 31, im ehemaligen Generatorenhaus der Stadtwerke, und zur Übergabe des Senders an die “Westdeutsche Funkstunde AG” (“Wefag”) durch Staatssekretär Dr.-Ing. Bredow in Anwesenheit des Oberpostdirektions-Präsidenten Wilhelm Heitmann, der Begrüßungs- und Dankesworte spricht. Erste Sendung auf Welle 407. Vom 01. November 1924 an ist der Sender Münster auf Welle 410 zu empfangen. Am Stichtag der Gebührenabrechnung vom 6.Januar 1925 werden im Oberpostdirektionsbezirk Münster 10 710 Rundfunkgenehmigungen gezählt.

31. März 1925

Am Ende des Wirtschaftsjahres 1924 hat die Oberpostdirektion Münster einen Flächeninhalt von 7 255,9 qkm, 1 174 723 Einwohner und 428 Verkehrsanstalten (einschl. Post- und  Telegrafen-hilfsstellen).

01. April 1925

Die Oberpostdirektion Münster bezieht ihr neues Dienstgebäude am Hohenzollernring, das anfangs viel zu groß ist und außer dem Postamt 4 einige Abteilungen der Finanzverwaltung und des Zolls sowie das Soziologische Seminar von Professor Plenge aufnehmen kann.

31. Jan6uar 1926

Die letzten Besatzungstruppen verlassen Köln. Am 01. November 1926 Umbenennung der “Westdeutschen Funkstunde AG” in “Westdeutsche Rundfunk AG (“Werag”) und Verlegung des Sitzes von Münster nach Köln. Umschaltung der Welle 410 auf 24,9m.

Am 15. Dezember 1926 nimmt der Großsender Langenberg den Versuchsbetieb auf. Münster und Dortmund senden nur noch auf der verkürzten und damit weniger weit reichenden Mittelwelle. Am 21. März 1932 wird der Nebensender Münster stillgelegt. Er dient später ausschließlich militärischen  Zwecken und wird während des 2. Weltkrieges durch Bombenangriff zerstört.

01. April 1927

Zur Neuordnung der Landversorgung werden als neue Gattung von Nebenpostanstalten Poststellen eingerichtet.

07. Juni 1927

Das preußische Staatsministerium beschließt, für die gesamte Staatsverwaltung die Vierundzwanzigstundenzählung von sogleich an einzuführen. Auch die Postverwaltung der Freien Stadt Danzig führt diese Zeitrechnung ein.

01. April 1929

Die Stadt Gelsenkirchen kommt zum Bezirk der Oberpostdirektion Münster.

01. November 1929

Das Postamt Osterfeld geht in den Bezirk der Oberpostdirektion Düsseldorf über.

1932

Übernahme des Rundfunkentstörungsdienstes durch die Deutsche Reichspost.

31. März 1934

Im Rechnungsjahr 1933 gehören zum Oberpostdirektionsbezirk Münster 7 283,19 qkm Fläche,  1 547 957 Einwohner (Volkszählung vom 16. Juni 1933, 215 Einwohner je qkm), 78 sebständige Postämter, 29 Zweigpostämter, 1 Bahnpostamt, 142 Postagenturen, 40 Poststellen und 116 Posthilfsstellen, 1 Telegrafenamt, 2 Telegrafenhilfsstellen, 359 Gemeindliche öffentliche Sprechstellen, 322 Telegrafen-, Fernsprech- und Funkanstalten insgesamt. Zahl der Rundfunkteilnehmer im Bezirk: 88 100.

01.April 1934

Die Oberpostdirektion Minden wird endgültig aufgehoben. Ihr Bezirk wird mit dem der Oberpostdirektion Münster vereinigt und bis zum 31. März 1936 als Abteilung Minden der Oberpostdirektion Münster liquidiert.

Umbenennung der Oberpostdirektionen in Reichspostdirektionen.

22. März 1935

In Berlin wird im Reichspostmuseum der erste ständige deutsche Fernsehdienst eröffnet. In mehreren öffentlichen Fernseh-Empfangsstellen finden seitdem (bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges) täglich Fernsehdarbietungen statt.

01. Mai 1935

Oberpostrat Paul Bartsch, zuletzt Amtsvorsteher des Fernmeldeamtes 1 Berlin, wird Präsident der Reichspostdirektion Münster. Am 01. Oktober 1937 wird er Präsident der Reichspostdirektion Düsseldorf.

01. Oktober 1937

Oberpostrat Hans Friedrich Wilhelm Krause vom Reichspostministerium in Berlin wird Präsident der Oberpostdirektion Münster. Am 01. Januar 1942 tritt er in den Ruhestand, ist danach aber noch als “Sonderbeauftragter für Briefbeförderung” des Reichspostministeriums tätig.

22. Februar 1938

Die Bezeichnung “Verkehrsanstalten” wird ersetzt durch den Oberbegriff “Ämter und Amtsstellen der Deutschen Reichspost”. Amtsstellen sind: Zweigpostämter, Postagenturen, Poststellen, Posthilfsstellen, Zweigtelegrafenämter, Telegrafenhilfsstellen und gemeindliche öffentliche Sprechstellen. Verwaltungsstellen innerhalb der Postämter sind “Postdienststellen”.

01. Januar 1939

Der Postsparkassendienst wird in >Deutschland aufgenommen. Sitz des Postsparkassenamtes ist Wien.

05. November 1940

Herausgabe von neun Einzelwerten der Winter-Hilfs-Werk-Postwertzeichen, darunter die (teuerste) Freimarke zu 40 Rpf + 35 Ppf Zuschlag mit der Abbildung des Rathauses in Münster. Alle 9 WHW-Marken mit geschichtlichen deutschen Bauten werden mit Ablauf des 30. Juni 1941 ungültig.

31. März 1941

Im Rechnungsjahr 1940 steht die Reichspostdirektion Münster mit einer Fläche von 14 497,89 qkm an 19. Stelle unter 53 Reichspostdirektionen und mit 2 819 274 Einwohnern an 10. Stelle (auf 1 qkm 194 Einwohner). Der Postdienst umfaßt 122 Postämter, 133 Zweigpostämter und 1 Bahnpostamt, ferner 322 Poststellen I, 716 Poststellen II sowie 234 Posthilfsstellen. Der Fernmeldedienst verfügt über 2 Fernsprechämter, 3 Telegrafenbauämter und 429 Geemeindliche öffentliche Sprechstellen. Es gibt im Reichspostdirektionsbezirk 225 Ortsfernsprechnetze, 229 Fernsprechvermittlungsstellen, 70 350 Hauptanschlüsse und 51 545 Nebenanschlüsse. In der Sprechstellendichte steht die Reichspostdirektion Münster an 28. Stelle. Der Gesamtpersonalbestand beträgt 12 836 Kräfte (Reihenfolge: 16).

01. Januar 1942

Ministerialrat Karl Friedrich Wilhelm Labes wird Präsident der Reichspostdirektion Münster. Am 01. April 1945 setzt er sich mit seinem Stab auf Befehl der Gauleistung Westfalen-Nord nach Bad Eilsen ab und wird dort am 06. April 1945 von den Alliierten interniert.

01. April 1942

Der Personalbestand der Reichspostdirektion Münster erreicht mit 14 230 Kräften seinen höchsten Stand. Die Zahl der Ämter und Amtsstellen beträgt 1927.

10. Oktober 1943

Nach einem heftigen Luftangriff auf Münster brennt der Dachstuhl des Direktionsgebäudes am Hohenzollernring aus. Weitere Bombadierungen folgen, verursachen am Gebäude aber nur leichte Beschädigungen (Ausnahme: schwerer Luftangriff vom 18. November 1944).

28. Dezember 1943

Die Besoldungskasse der Reichspostdirektion Münster wird vom 28. bis 31. Dezember nach Bad Lippspringe (Postschutzschule) verlegt.

Dezember 1944

Nachdem bereits wichtige Akten (insbesondere die Personalakten) der Reichspostdirektion zu den Postämtern Bad Oeynhausen, Bad Pyrmont und Lage sowie die Bezirkswertzeichenstelle nach Vlotho ausgelagert worden sind, beginnt nun die Evakuierung der Abteilungen I (Post- und Kraftfahrwesen) und IV (Finanz- Wirtschafts-, Bau-, Beschaffungs- und Maschinenwesen) in den östlichen Teil des Bezirks nach Bad Lippspringe und Lemgo.

Februar 1945

Kriegswichtige Büros der Abteilung II (Fernmeldewesen), so das des Telegrafenbevollmächtigten, der Organisation für Luftnothilfe und das Schaltbüro für das Fernleitungsnetz, werden nach Isselhorst verlegt.

29. März 1945

Verlegung weiterer Dienststellen der Abteilungen II und III (Personalwesen) nach Bad Lippspringe und des Führungsstabs der Reichspostdirektion nach Bad Eilsen. Am 01. April 1945 werden die nach Isselhorst verlegten Dienststellen der Abteilung II nach Bückeburg beordert. Als Leiter der in Münster verbleibenden Dienststellen wird Postrat Guericke bestimmt.

02. April 1945

Amerikanische Truppen, die das Industriegebiet eingekesselt haben, besetzen die durch 110 Bombenangriffe zu 85% zerstörte Provinzialhauptstadt und stoßen über Warendorf in den Ostteil des Bezirks vor, wo sie am 06. April 1945 Minden erreichen. Am 07. April 1945  werden die letzten Orte des Reichspostdirektionsbezirks Münster, Beverungen und Höxter, besetzt.

Von den größeren Postdienstgebäuden in Münster sind total zerstrört: das Postamt und das Fernsprechamt (12. September 1944), das Fernmeldezeugamt (12. September 1944 und 25. März 1945) und die Bezirkswerkstatt für Kraftwagen (12. September 1944). Schwer beschädigt wurde das Fernmeldebauamt (10.Oktober 1943 und 02. April 1945) ), leicht beschädigt das Dienstgebäude der der Reichspostdirektion (10. Oktober 1943).

Fortsetzung: Teil 2


(Der Text entstammt den Postgeschichtsblättern der Bezirksgruppe Münster der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte  e.V. von 1994, Nr. 12. Das war gleichzeitig die letzte Ausgabe der Postgeschichtsblätter der Bezirksgruppe Münster, die sich  damit gleichzeitig von ihren Lesern verabschiedet hat.)